PERAS VERLAG
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Das Buchprogramm

„... Von den Problemen, denen Du schärfste Kontur gibst, merke ich mir: den testamentarischen Charakter aller Schriftlichkeit; itinerarium mentis in mortem; den Geheimnisverrat mit tödlichen Folgen, die blasphemische Schuld, daß die Absolutheit Gottes ein Witz ist; den Vatergott als Hungersäugling; daß der Suizid Gottes in uns immer noch auf den Gesichtern der Kranken erscheint, auch auf meinem; daß jener Zustand der Fülle nicht deshalb vor-griechisch heißt, weil er zeitlich vorausgeht, sondern weil er das hypokeimenon ist, weil er zum Grunde liegt und man ihn nur findet, wenn man zugrunde gegangen ist...“

(Dietmar Kamper, Brief an RH, Dannen am Otzberg, den 12. August 2000)

 

Rudolf Heinz

Hinführung zu einer  Psychoanalyse der Sachen  (Pathognostik)

104 Seiten, Fadenheftung, 21 x 14,8 cm, € 10,50

ISBN 978-3-935193-24-5

In das psychoanalytische Therapieverfahren müsste der symptominhärente Bezug zur Kulturobjektivität expressiv verbis aufgenommen und umgedeutet werden. Beispiel: Phobien beziehen sich meistenteils auf architektonische respektive technische Gegenstände (etwa Brücken). So sind alle sogenannten unbewussten Phantasien nicht vom phobischen Objekt zu subtrahieren, sondern sie machen selber schon ganz und gar den Produktionsgrund, das Produktionsmovens der Objekte aus. Wenn dem nun so wäre, so gälte diese kriteriale Unterscheidung nicht mehr: hier die Kulturobjektiva, die nun einmal so sind, wie sie sind, versus dort die Subjekte/Körper, die im Krankheitsfall dieses ihr Unbewusstes in jene unbillig hineinprojizieren.

Inhalt: Vorausblicke; Es fing an mit Versuchen auf die Künste angewandter Psychoanalyse; „Psychoanalyse der Sachen“/Pathognostik; I. Hinführung; Nachträge; Ruktation und Flatulenz; II. Metanoia in praxi: Vorbemerkung; Zum Anwärmen; Rhapsodien; Entree; Kommentare; Legende, nunmehr post festum.

 

 

Rudolf Heinz

Kainsmale

Animationen zu einer unzeitigen Philosophie der Arbeit

Mit einer Einführung von Christoph Weismüller

2008, 187 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm, € 17,-

ISBN 978-3-935193-18-4

„Bitte, gewärtigen Sie keinerlei diskursive Theorieabhandlung, gar auch noch in praktischer Rücksicht, auf Sie zukommt vielmehr ein traktatförmiges Gebilde, in dem alle lose nur miteinander verknüpften, nach Kapiteln sortierten Einzelprobleme sich auf ein nicht eo ipso expressis verbis für sich wiederum dargestelltes Gedankenzentrum strikte philosophischer Observanz, davon angezogen und abgestoßen zugleich, beziehen. Vielleicht finden Sie einen angemessenen Zugang, wenn Sie die Textur derart anzusehen geneigt sind, dass sie auf die geschriebene Vor- und Nachbereitung für ein philosophisches Hauptseminar (Seminar!) hinausliefe, der zu wünschen wäre, sich in zahlreiche Einzelabhandlungen tropologisch davon abzuzweigen. Vielleicht finden Sie so auch Gefallen an solcher emanzipierten Heuristik, die sich, stilbedacht, je in sich hinein aus-schreibt, bald in innovativen Gedankenskizzen, bald in abkürzenden Selbstwiederholungen, allemal traumanalog Verdichtungs- und Verschiebungs-sorgsam und ohne Hemmungen, sich, mythosophisch oft gewendet, dem deliranten „Primärprozess“ so geretteten Denkens nicht zu versagen. Entsprechend dürfte auch nicht ausgeschlossen sein, dass die je den Einzelkapiteln angeschlossenen Thesen, auch das Fazit und ebenso die Kursivierungen, das Gegenteil einer Annäherung an Diskursivität bewirken und also viel eher einer enigmatisierenden Eigenvergewisserung dienen. Naheliegend nicht zuletzt, künftig solche einzelnen Traktatposten zu so etwas wie Großaphorismen zu diminuieren.“ (Rudolf Heinz)

Inhalt: Captatio benevolentiae; Kants „reine praktische Vernunft“ als verschobener Gründungsmythos der „industriellen Revolution“; Arbeitslosigkeit; Possession; Eigentümerversammlung; Entfremdung; Spiel & Sport; Arbeit – bürgerliches Ursyndrom; Eucharistisch; Zwischenspiel: Erfahrungen mit der „real existierenden Sozialismus“; Abfall; Inzest-Einschlüsse der Ökonomiedimensionen; „Les mains sales“ ; Nachtarbeit; Traumarbeit; NREM-Arbeit; Arbeit am Körper; „Arbeit und Interaktion“, mit einem Exkurs über Arbeit und Gruppe bei Jean-Paul Sartre von Christoph Weismüller; Krieg; Fehlanzeigen; Arbeitsteilung; Streng physikalisch; Intellektualität; Was ich sagen wollte; Anhang: Gesundheit als Ware. Über Gründe von Verwerfungen im aktuellen Medizinwesen.

 

Rudolf Heinz

Violentiae

Beiträge zur Pathognostik der Gewalt

Mit einem Vorwort von Christoph Weismüller

2008, 96 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm; € 8,50

ISBN 978-3-935193-17-7

Es ist die ur-sprüngliche Schuld der – zugleich erlittenen – Gewalt des Werdens, des Hervortritts, der Geburt; die tödliche Letztverlassenheit des plötzlichen Allesseins. Und um nicht sogleich daran zu vergehen, muss der vermeintliche Rückfall, Geburtswiderruf, die regressive Gewalt des Trugs der (Wieder-)Vereinigung, her – sich steigernde Schuldfortsetzung...

Inhalt: Einschlägige Kasuistik zum Anlass genommen, die „projektive Identifikation” zu problematisieren. Ein Beitrag zur (auch philosophischen) Wertschätzung des Kleinianismus; Gibt es Streit- und gar Kriegsformen, die nicht nach dem Muster der „projektiven Identifikation“ organisiert sind? Überlegungen zu einem ebenso weit verbreiteten wie komplizierten Abwehrmechanismus; „Projektive Identifikation“; Ausführungen zur Psychoanalyse der Gewalt; Notizen zu einem möglichen Beispiel für „Urverdrängung“ in einen anderen – den musikphilosophischen – Bereich überschießendes Supplement zu Urverdrängung, abermals; Weniger ausgeführte Notizen zu einer Wissenschaftlichen Weiterbildung über „Urverdrängung“; Tatort Kunstmuseum ; „Ecce homo“. Der Schmerz des Menschen aus philosophischer Sicht; Philosophische Kasuistik zur Video-Präsentation eines Interviews von Herrn Dr. med. B. Klose mit einer Schmerzpatientin.

 

Rudolf Heinz

KoreFashionista

Mode – Schönheit – Körper – Opfer

2008, 74 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm, Bildbeilage; € 9,50

ISBN 978-3-935193-16-0

Was alles musste die hochbürgerliche Ästhetik ins Exil schicken, um sich angemessen in ihrer Reinheit etablieren zu können! Es mag dann wie der Ausdruck von so etwas wie einer Art historischer Gerechtigkeit fast anmuten, dass dieses „Verdrängte“, das sich als Minderes, Desavouiertes gleichwohl nicht eben nur schwach am Leben erhielt, nunmehr, in der Postmoderne als ein Essential derselben, „wiederkehrt“ und so mit dafür sorgt, dass sich, wie in einem Sprung über die Moderne hinweg, traditionelle Kunst regressiv in erweiterter Wendung re-tradiert. Und das dürfte dann entschieden mehr sein als bloßer postmoderner Neohistorismus. Hommage à Düsseldorf: Hier versammelt sich in warenästhetischem Exzess diese amplifizierte Tradierensgunst; Mode und nicht zuletzt Kulinarik ästhetisch rehabilitiert, ein wenig à la francaise, pariserisch.

Für den Moderne-Sozialisierten ergibt sich derart eine paradoxe Situation, denn der Moderne-Umsturz verkam zu sektenhafter Beliebigkeit und liefert sich folglich, jedenfalls im Bereich bildender Kunst‚ der ganzen Arbitrarität kunstheterogener Tauschwertigkeit aus. Wohingegen sich die besagten Exilanten der bürgerlichen Ästhetik von ehedem zum Hort überkommener umfassender Kunst organisieren, in der es, immanent, gar reell, ja fair, Maßstäbe-begabt auf Äquivalenz hin zugeht. Seltsame Rache des Verachteten an seinen Verächtern – das ewige Bürgertum weiß sich in seiner Subsistenzsicherung auch im „Überbau“ bestens zu helfen. „Welche Geschmeidigkeit in der Axiomatik des Kapitalismus, immer bereit, seine eigenen Grenzen zu erweitern, um ein neues Axiom dem eben noch saturierten System anzufügen!“ (Deleuze, Guattari, Anti-Ödipus) Das muss man als Spätmoderner schlucken: der Umstand, dass Klassiker der Moderne bildender Kunst gar in Kaufhäusern vorzufinden sind, widerlegt keineswegs das Moderne-kritische Wesen der Postmoderne, sondern bestätigt es recht anschaulich.

Nicht zu vergessen demnach, dass sich eben in den Spitzen solcher immanent durchaus zuträglich indifferenzierter Kunst die bourgeoise Hierarchie, um nicht sogleich zu sagen: die bürgerliche Klassenherrschaft, in aller Härte offen reproduziert. Freilich sind die Gipfelwaren der Mode nur für die Besitzenden zu haben, die bürgerlich-Feudalen. Und was danach folgt, das ist sozialisiert romantizistische Kopie (wenn’s hoch kommt), Prêt-à-porter. Und es scheint einem quid pro quo von moderner Kunst und postmodern zu Kunst gewordener Mode gleichzukommen, wenn etwa Gemälde aus jener Epoche astronomische Kaufsummen erzielen? Nein, keine Verwechslung, Dokument epochaler Indifferenzierung vielmehr, und zwar nicht in einem guten Sinne.

 

Rudolf Heinz

Todesnäherungen

Über Todestrieb, Urverdrängung, Zahlenmagie,

Spekulative Chirurgie, Frühmetaphysik

2007, 158 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm; € 8,50

ISBN 978-3-935193-12-2; ISSN 1436-297X

„Die durchgehende Einbeziehung des gesamten Todestriebtheoriebestands in die Psychopathologie (und nicht nur in diese) erweist sich als unverzichtbar. Anders nämlich, dieses pathogenetischen Ultimatums ledig, wird man das Seinsgewicht, die adaptive Repugnanz, die Zähigkeit von Krankheit inklusive des aberwitzigen Binnenkampfes gegen sie nicht verstehen können. Die Pathologiegraduierung ergibt sich jeweils aus der Schwere der quasi fundierenden Traumatik – letztlich derjenigen der Sterblichkeit – im Verein mit der Suffizienz der parierenden Phantasmatik.“ (Rudolf Heinz)

Mit der Studie Todestrieb – Programm einer Revision will Rudolf Heinz den Anspruch, von dem der Begriff des Todestriebs zeugt, neu entdecken und damit die pathognostische Subversion der Psychoanalyse entfalten. Den Todestrieb hat die Psychoanalyse bisher hinsichtlich des regressiven, introjektiven, implosiven Momentums erkundet. Heinz arbeitet dagegen in seinem Programm einer Revision aus den Freud’schen psychoanalytischen Vorgaben selbst die andere Seite des Todestriebs hervor, welche die Psychoanalyse geradezu unterschlägt: dessen zweite Phase im Sinne der „explosiven Projektion“. Mit solcher Wende in der Betonung nimmt Heinz die Kehre aus dem Biologismus und Subjektivismus vor und orientiert das Denken hin auf den Todestrieb als Kreationspotential humaner Kultur. Es schließen sich an: ein Exkurs zur „Urverdrängung“; Heinz weist diese als den Vorläufer der – vollständigeren – Todestriebtheorie im Rahmen Freud’scher Theoriebildung aus; Zahlenzauber. Kasuistisches und Theoretisches zu zahlenbezogener Zwangssymptomatik: Heinz macht anhand eines Exempels deutlich, dass auch recht unauffällige, harmlose Alltagspathologien wie psychotisch geartet sind, da die Kultur, von der her und auf welche hin diese sich entfalten, von eben solcher symptomatischen Struktur ist; Die Armut der res cogitans. Innenansichten einer viszeral-chirurgischen Operation wurde während der entsprechenden Erkrankung respektive der prophylaktischen Therapie einer Ösophagus-Resektion mit Magenhochzug von Rudolf Heinz im Jahr 2005 als intellektuelle Aufarbeitung körperlich sich zunächst verschließender und entziehender, chirurgisch dann aber offengelegter Symptomatik verfasst: Entstanden ist eine pathognostische Krankheits-Selbsterfahrung, die nicht zuletzt das Verhältnis von Chirurgie und Pathognostik thematisiert; Zur Archäologie der Gewalt: Heinz widmet sich den Kindheitsversionen des Phänomens Gewalt und thematisiert die psychosexuelle Entwicklung des Kindes und kommt schließlich zu dem Ergebnis: Es gibt für den Menschen keinen von der Gewalt unberührten Ort, zumal nicht die frühe Kindheit.

 

Rudolf Heinz

Hype-Thinking

Über Dingdimensionen und Inzestformen

2007, 45 Seiten, Broschur/Heftung, 21 x 14,8 cm; € 5,-

ISBN 978-3-935193-15-3

Versteht sich: ohne Re-präsentation gäbe es nichts, re-präsentativ entsprechend gibt es alles. Welches „es“ aber ist dieser Gabe fähig? Eben: die Re-präsentation...

Inhalt: Proömium, rein philosophisch; Desiderate (in alle Ewigkeit); Fortsetzung Proömium, pathognostisch gemischt; Da capo auf ewige Desiderate hin in der Art von Thesen, die insofern keine sind, als sie im Scheine von Zusammenfassung den Auftrag einer radikalen Neuschrift des scheinbar nur Resümierten implizieren: 1. Zum pointiert thematischen Zusammenhang von Dingdimensionen und Inzestformen, von Industrie und Körperpolitik; 2. Speziell zur Interkorporalität; 3. Wie der Anfang zu denken sei: a. Um die erste Frage anzugehen: Woher stammen Mutter und Sohn, so sie, antik jedenfalls, in principio seien?; b. Konsumtion – Ende oder Anfang?; Dingdimensionen und Inzestformen (im Überschlag); Christlicher Kahlschlag?

 

Rudolf Heinz

Einstände

Philosophische Briefe

aus den Semesterferien Frühjahr 1962 an Heide Heinz

2005, 116 Seiten, 5 Abbildungen, Broschur, 21 x 14,8 cm, € 11,-

ISBN 3-935193-09-2

„ ... In den Briefen des frühen RH zeigt sich der emphatische Blick, der seine späteren Arbeiten so erlesen macht. Zum Beispiel die folgende Stelle (im Brief vom 2.4. – 7.4.1962, darin der Abschnitt, Freitag nach Ostern):

„Erhellt die Philosophie das ‚Warum und Woher’ des wissenschaftlichen ‚Was und Wie’ und ist jenes mit Irrationalität behaftet, so ist auch dieses, weil es von jenem erst seine Möglichkeit empfängt, mit der philosophischen Irrationalität unabweislich affiziert; ist die Bedingung nur geglaubt, so ist das Bedingte erst recht nur geglaubt, sonst wäre weder die Bedingung Bedingung, noch das Bedingte Bedingtes. Die sogenannte Subjektivität der philosophischen Bedingung geht notwendigerweise auf das von ihr Bedingte über. Behauptet die Wissenschaft, wie gängig, das Gegenteil, so überspielt sie den Charakter ihrer eigenen Voraussetzung.“ (Rudolf Heinz, Einstände)

An diesem szientismuskritischen Grund- und Selbstverständnis des jungen Philosophen hat sich rein nichts verändert. Und im darauf folgenden Brief (von Samstag) ist auch schon ein Großteil der psychopathologischen Problemstellung angelegt. Es scheint nur mehr der Schärfung der synthetischen Urteilskraft am anderen zu bedürfen, um es über die psychoanalytische Ausbildung rund zwanzig Jahre darauf zur Pathognostik zu bringen. An diesen frühen Briefen an Sie, wie an den weiteren Schriften aus dieser Zeit, die unter dem Titel Praematura – darin besonders der Text über die Zahl – veröffentlicht sind, entfaltet sich aus der Rückschau auf Überschneidungen und Parallelen zwischen Pathognostik und Poststrukturalismus sowohl die Ähnlichkeit der jeweiligen Genesis als auch deren Konvergenz. So ist der Schematismus Kants in den frühen Texten noch einem Härtetest unterzogen worden, in dem sich der Tester noch diesseits des Kantischen Schematismus situiert, der aus der bequemen Position des Rückblickenden aber bald schon gebrochen sein wird ... “ (Alexander Laudenberg)

 

Rudolf Heinz

Praematura

2003, 98 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm, € 10,-

ISBN 3-935193-03-3

Nicht Eitelkeit, Sorgfalt vielmehr sich selbst gegenüber bewog Rudolf Heinz, seine frühesten Omissa, deren er sich weniger schämt, als daß sie ihn heiter rühren, eine wenigstens buchhaftige Verwahrungsform zu geben. Die commotio betrifft zunächst seinen adoleszenten – durchaus indessen (sehr) verwandelt perennierenden – Rationalismus, ausgelassen an Grammatik, etwas später an so etwas wie Metamathematik, sodann die historisch-gesellschaftliche Dechiffrierung von Kunst sowie die noch scheue Adorno-adaptive Versenkung in die große, nicht immer glückliche Liebe des Autors: Musik.

Inhalt: Frühe Abhandlungen: Das Kausalprinzip in den Satzgefügen; Wie muß die Wirklichkeit beschaffen sein, damit wir ganze rationale Zahlen bilden können?; Kleine Musikverbalisierungen: Transkription: Der Ring des Nibelungen. Versuch einer Entmythologisierung von Wagners Der Ring des Nibelungen; Musikkritiken.

 

Bücher von Rudolf Heinz

und Christoph Weismüller

 

Rudolf Heinz, Christoph Weismüller (Hg.)

"Reklame für den schlechten Lauf der Dinge"

Psychoanalyse und Philosophie. Pathognostica. Jahrbuch 2011

217 Seiten, 21 x 14,8, Fadenheftung, € 17,-

 

ISBN 978-3-935193-26-9

 

Reklame für den schlechten Lauf der Dinge – so lautet der Titel einer Publikation von Reinhard Merker. Das Jahrbuch 2011 zitiert diesen Titel als sein Motto zum Gedenken an den unersetzbar Verstorbenen. Das gesamte Jahrbuch ist ihm gewidmet.

  

Inhalt:

 

Reinhard Merker: Erfahrungen in peer groups 1968 – 2008: ‚Revolutionärer Humanismus’ im Übergang zum ‚globalisierten Meinungswissen’

Rudolf Heinz: Was ist ein Verein – oder nicht oder doch?; Unwillkürliche Tagungsimpressionen; Versuch einer Hinführung zur „Psychoanalyse der Sachen“ (Pathognostik); Zur Darstellung und Kritik einiger zentraler Kleinianismen

 

 

 

Christoph Weismüller: Die Freiheit als Regel der Analyse. Eine Einübung in die Welt der Medien und anderer Übergriffe.

Birgit Pungs: Vegetarismen

Dionissios Vajas: Das Symptom – Aberglaube und kultivierte Allmacht. Neurodermitis und atopische Dermatitis; Griechenland: Wiege und Grab des Abendlandes

Gertrud Lettau: Traum eines Philosophen

Ralf Bohn: Eine Kultur des Onirischen. Hans Ulrich Recks Enzyklopädie der Traumkultur

Axel Schünemann: Bemerkungen zu Ernest Bornemans Lexikon der Liebe. Aktualität und Kritik seiner sexualwissenschaftlichen Vermittlung von Psychoanalyse und Marxismus

Christian Lüttgen: Rhapsodie über das Ausstellen Bildender Kunst

Anton Schlösser: Traumpfade

 

 
 

Rudolf Heinz, Christoph Weismüller (Hg.)

Histrionissima

Neue Studien zur Hysterie

Psychoanalyse und Philosophie. Pathognostica. Jahrbuch 2009

2009, 134 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm; € 10,50

Lohnt die intellektuelle Auseinandersetzung mit der Hysterie? Kann Hysterie in der aktuellen historischen Situation der Entfaltung der Produktivkräfte noch Ausgang für Erkenntnisgewinn sein hinsichtlich des erreichten Stands der technisch-dinglichen Objektivität inklusive ihrer Diagnoseverfahren, welche sie stets von sich auf die Subjekte hin ablenkt? Könnte die andere Art und Weise der Hysterie zu begegnen, in einer intellektuellen Ausbeutung derselben bestehen, darin, sie als die korporale Lektüre der Herkunftsgeschichte der technischen Realität der aktuellsten Moderne zu erfassen, die sich selbst entgeht? Könnte Hysterie in solchem Zusammenhang als Diagnoseverfahren der Objektivität Relevanz gewinnen? Solcherart Betrachtung rückerstattet der Hysterie ihre kulturelle Relevanz, erschließt aus ihrer nothaften Öffnung dinglicher Verschlossenheiten und Verschließungen die Konstitutionskriterien eben der Objektivität, in welche die Hysterie sich aufgehoben zu haben scheint?

Im Jahr 2007 veranstaltete der Verein Psychoanalyse und Philosophie e. V. ein Jahreskolloquium, das auf Vorschlag von Rudolf Heinz unter dem Titel Architektur, Technik und Psychopathologie. Überlegungen zum Verhältnis von Hysterie (arc de cercle) und Brücke stattfand. Die hier versammelten Texte sind hauptsächlich Ausarbeitungen der Vorträge, die auf diesem Kolloquium gehalten wurden. Einige Beiträge konnten ergänzend hinzugenommen werden. Vorgestellt sind im Folgenden mithin Neue Studien zur Hysterie: Das sind wesentlich die Texte von Rudolf Heinz. Die weiteren Beiträge zeigen an, wie vielfältig an diese Neuen Studien Anschluss genommen werden kann und fordern auf, weitere Fortsetzungen vorzunehmen ...

Inhalt

Rudolf Heinz: Körperexpression und dingliche Umgebung. Überlegungen zu Hysterie und Architektur;

Architektur/Technik und Psychopathologie. Überlegungen zum Verhältnis von Hysterie („arc de cercle“) und Brücke;

Brücke und Hysterie im Streitgespräch.

Axel Schünemann: Der Kardinal und die Hysterie Gottes.

Ralf Bohn: Triumph mit Bogen. Expressionen des arc de cercle im Moment seines Verschwindens.

Hans Christian Pultke: Tropologien zu „arc de cercle“.

Gertrud Lettau: Die Architektur des Plagiats.

Christoph Weismüller: Der Bogen zwischen arc der cercle und Brücke: die Schrift

Anonymus: Sie lag auf dem Rücken

 

Rudolf Heinz, Christoph Weismüller (Hg.)

Neurowissenschaften und Philosophie

Psychoanalyse und Philosophie. Pathognostica. Jahrbuch 2007.

2008, 135 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm, € 10,50

ISBN 978-3-935193-19-1

Inhalt: Was ist das Begehren der Neurowissenschaften? Wie unterscheidet es sich von dem der Philosophie? In welchem Verhältnis stehen beide zueinander? Auf diese und weitere Fragen antworten die Beiträge dieses Jahrbuchs und tragen damit komplementär zu einer bislang deutlich naturwissenschaftlich dominierten Diskussion den Aspekt der Erkenntnis aus der Sicht von Psychoanalyse und Philosophie bei. Im Hinblick auf solche Erkenntnis geht es um die Beantwortung der Frage, was die naturwissenschaftliche, empirisch ausgerichtete Hirnforschung unberücksichtigt lässt, mehr noch: notorisch vergisst, verdrängt, abwehrt, möglicherweise aber zugleich ins eigene Prozedere funktional mit aufnimmt, ohne aber das funktional bestimmende, unbewusst Mitaufgenommene als bewusste Erkenntnis zuzulassen, so dass daraus eine Konstellation entsteht, mit welcher die Entscheidung für alle Handlungen stets vor der bewussten Willensentscheidung schon gefällt, von Verdrängung und Abwehr bestimmt ist.

Beiträge: Rudolf Heinz: Einige leicht vergessene Selbstverständlichkeiten. Zum neuerlichen Widerstreit zwischen Neurowissenschaften und Philosophie – Axel Schünemann: Das Libet-Experiment. Einige Einwürfe aus philosophischer Sicht – Ralf Bohn: Die Erfahrung der Kunst und das Gedächtnis des Zeichens. Skizzen der Ungleichzeitigkeit bei Benjamin und Klee – Hajo Schmidt: Schon wieder? Neurobiologischer Determinismus in praxisphilosophischer Beleuchtung – Hans Christian Pultke: „Ab sofort blicken unsere Spiegelbilder aktiv zurück und wir schauen uns gegenseitig beim Denken zu. Neurotheologische Urszene zu Rudolf Heinz, Einige leicht vergessene Selbstverständlichkeiten – Hermann Stölb: Neurowissenschaft und Schule – Jost Guido Freese: Die Begründung im Ich. Fichtes Wissenschaftslehre von 1794 – Christoph Weismüller: Globalisierung, Totalisierung, Neurowissenschaften – und Bewusstsein?

 

Bücher zu Rudolf Heinz

 

Heide Heinz, Christoph Weismüller (Hg.)

Photo-Solitüde

„Das also war es, das also bin ich“: Rudolf Heinz

Mit Begleittexten von Rudolf Heinz zu Historie, Gedächtnis und weiterem

2006, 105 Seiten, 99 Bilder, zumeist Farbphotographien, Broschur, 22 x 17 cm, € 18,-

ISBN 3-935193-06-8

„Was mich an Photo-Solitüde begeistert, das ist die kontrapunktische Bewegung des Textfrieses zur darüberfließenden Einzelbildsukzession. Zusammen ergibt das ein mixed media, in dessen konsumatorischem Leseverlauf das kleine Album Bild für Bild kinematisch, genauer: als Kinematese, das heißt im Eingedenken seiner mechanischen Voraussetzungen bei gleichzeitiger Anfüllung von Wortbilderinnerung mit Stimmklang, durchblättert werden kann. Das Vorspiel (Steinzitat) hört dort auf, wo RH anfängt. Die Ähnlichkeitsmagie, bei Stein nur beschrieben, wird an Hand der ausgewählten RH-Zitate philosophisch auseinandergefaltet. Ein Verfügbarkeitsbegehren, das kraft einer Körper-Ding-Phantasmatisierung solche Photokonsumation unbewusst anleiten kann, wird intellektuell durch den Text unterlaufen, dem Kitsch eines entropisch sich anbahnenden Koinzidenzsogs zwischen (verlorenem) Objekt (klein a) und Ding durch den darunter stehenden Sperrtext wie gegen den Strich gekämmt, konterkariert. Anstatt diese symptomatische Erfahrung eines blinden wiederholungszwanghaften Handelns zu erzeugen, das jeder vom Umgang mit Photoalben ihm bekannter Gesichter her kennt, eröffnet der fließende Text unter der Bildfolge Einlass in das Erinnerungs- beziehungsweise das Wiedererkennungswesen; weniger didaktisch deskriptiv untertitelnd, denn vielmehr aus metatheoretisierender Perspektive einer auf die Historienwissenschaft angewandten Pathognostik. Das Wesen der Erinnerung wird hierbei mittels Mehrwert aus dem über Jahre schriftlich fixierten Erfahrungswissen einer psychopathologischen Tätigkeit an die Photos eines als Autor eben derselben Schriften erkennbaren rückgebunden und so wieder zum Gegenstand der Erfahrung oder des Nachvollzugs nun auf Seiten des Lesers (Albumrezipienten). Einlässe in die Lebens-Todes-, die Körper-Ding-, die Generations- und die Geschlechtsdifferenz sind und werden perspektivenspezifisch möglich, soweit der lesende Betrachter oder betrachtende Leser sich darauf einlassen mag. Seinen persönlicher Zugang hat er sich freilich selbst zu erarbeiten. Sicher nach Durchsicht der Solitüde ist: eine restlose Reduktion des Anderen in eine rein mediale Funktion kann es zum Glück nicht geben. ...“ (Alexander Laudenberg)

 

Bücher von Heide Heinz

und Christoph Weismüller

 

Rudolf Heinz and friends

Textpräsente für einen letzthinnigen Philosophen

Herausgegeben von Heide Heinz und Christoph Weismüller 

2014, 473 Seiten, Fadenheftung, 21 x 14, 8 cm, € 39,-

ISBN 978-3-935193-28-3

Inhalt:

Grußwort des Vereins Psychoanalyse und Philosophie e. V.

Heide Heinz: Vorposten – factionlike; An den Pranger gestellt

Hans-Dieter Bahr: Tod und Schönheit

Siegfried Gerlich: Pathognostische Pseudomorphosen. Eine konservative Revision

Norbert Haas: Faites, si vous êtes assez fou!

Volker Kalisch: Das Europa der Nationen = Das Europa der Musiken?

Olaf Knellessen: Ab- und Aufschlüsse. Zum Film Memento von Christopher Nolan

Mirko Möhl: Spiderman. Fallbeispiel eines Helden

Karl Thomas Petersen: Waren und Warenschicksale

Wolfgang Pircher: Babylon mon amour. Eine haltlose Spekulation

Hans Ulrich Reck: Ein Fokus, gefasst mit regulierbarer Brennweite in drei Schritten

August Ruhs: Chow-Chow; oder: Wie die Psychoanalyse auf den Hund gekommen ist

Claus-Artur Scheier: AEG Berggasse 19

Hajo Schmidt: Politische Theologie oder humane Selbstbehauptung. Ein Streit um Hans Blumenbergs Legitimität der Neuzeit

Axel Schünemann: Crocodili lacrimae. Scheinsandkörner eines räsonierenden Lumpenproletariers

Martin Seidensticker: Batailles Nietzsche oder der Wille zur Chance

Bernd Ternes: In medias res absconditus

Dionissios Vajas: Die Gewinnung eines medizinisch makellosen Körpers. Das Verbotswesen

Sebastian Wedler: Der Anti-Ödipus als Impetus für eine dekonstruktivistische Musikästhetik.

Christoph Weismüller: Wozu bedarf es noch der Philosophie?

Heinz Weiß: Sehen und Gesehenwerden – zur Rolle des Blicks in Zuständen von Groll, Scham und Zorn

Beate West-Leuer: Les Mains Sales – Reflexionen über ein Fallbeispiel aus der psychodynamischen Beratung in Unternehmen

Stefan Winter: Aporien der Postmoderne

 

Heide Heinz, Christoph Weismüller (Hg.)

Zur geschwundenen Aktualität der Frauenfrage

2011, 201 Seiten, Fadenheftung, 21 x 14,8 cm, € 17,-

Inhalt:

Heide Heinz: Introitus. „Noch einmal mit Gefühl“. Kritische Wäldchen zum aktuellen Stand der Frauenfrage;

Rudolf Heinz: Twisting Feministische Theorien/zur Einführung. Abschweifungen zu R. Becker-Schmidts und G.-A. Knapps gleichnamiger Publikation;

Karl Thomas Petersen: „Sisters Are Doin’ It For Themselves”? oder Frauenbefreiung. Eine Bestandsaufnahme;

Axel Schünemann: Der große Unterschied und seine (mitnichten kleinen) Folgen. Anmerkungen zur Misogynie des Begehrens;

Christoph Weismüller: Frauenfrage und Wirtschaftskrise. Ist die Wirtschaftskrise die Frauenfrage?;

Dionissios Vajas: Und der Mann schuf die Frau zu seinem Erschrecken. Wahrnehmungsimplizierter Ausgang vom verwaisten Liebeskörper der Frau. Philosophisch-feministisch motiviertes und psychoanalytisches Frauenphantasieren;

Rudolf Heinz: Frauen tauschen Frauen NICHT? Versuch einer Revision, nebst Ausführungen zum Mutter-Tochterinzest und deren Kulturfolgen;

Axel Schünemann: Mädchen, die pfeifen und Hühnern, die krähen ... Amoralische Manns-Notate zu einem heiklen Sprichwort, betreffend töchterfeindliche Tendenzen einer bestimmten Sorte Mutter.

 

Heide Heinz, Christoph Weismüller (Hg.)

Psychoanalyse – und wie anders?

Texte-Gaben zum 70. Geburtstag von Rudolf Heinz

2009, 243 Seiten, Fadenheftung, Farbabbildungen, 21 x 14,8 cm, € 19,50

ISBN 978-3-935193-20-7

„Wenn man mich gefragt haben würde, was denn meine entscheidende philosophische Dauerpassion (gewesen) sei, so hätte ich geantwortet: die – bisher ausgebliebene – Vermittlung von Psychoanalyse und Historischem Materialismus, die, unter dem Titel ‚Pathognostik’ zusammengefasst, jener, der Psychoanalyse, de facto-Vorrang anzeigt. / Diese allfällige Vermittlung wäre indessen keine solche, wenn nicht die beiden zu Vermittelnden Wesensfedern ließen. Und zwar büßt die Psychoanalyse, objektivitätsversiert (Sartres „Psychoanalyse der Sachen“), ihren herkömmlichen Subjektivismus ein, und der Historische Materialismus geht seines Befreiungsinbegriffs, menschliche Arbeit, die Unschuld der ‚Produktivkräfte’, verlustig. / Die pathognostische ‚Dekonstruktion’ der Psychoanalyse ist – insbesondere traumtheoretisch (mit ihrem größten Ausstand ‚Körperphilosophie’) – weitgehend schon geleistet, während die Marxsche Doktrin ihrer genaueren Subversion, auf eine Opfertheorie hin, noch harrt – vielleicht meine letzte große Anstrengung?“ (Rudolf Heinz).

Beiträge zur pathognostischen Dekonstruktion der Psychoanalyse: Zur Einleitung: Heide Heinz: Quo vadis, pathognostice? Versuch einer Preview; Christoph Weismüller: Zur Situation der Pathognostik; Was alles geschah zwischen den beiden Jubiläumsschriften von 1997 bis 2009; Rudolf Heinz: Psychoanalyse – und wie anders? (1987); Kolloquium-Programm; Wolfgang Tress: Macht und Ohnmacht in Psychoanalysen; Wolfgang Pircher: Freud als Konstrukteur; André Karger: Lehrjahre fern der Couch, oder die pathognostischen Bekenntnisse des Zöglings K.; Unart: Ausgewählte Szenen einer Supervision; Christian Benz: Einzelfallsupervision im Prisma der Geistesgeschichte; Paul Reichartz: Was haben Sie davon?; Olaf Knellessen: Düsseldorf – Zürich. You Only Live Twice; Volker Kalisch: Musikalische Irritationen für einen Philosophen; Claus-Artur Scheier: Die Geburt des Phonozentrismus aus dem Geiste der Schopenhauer’schen Sexualität; Petra Maria Meyer: Agierende Vergangenheit im Traum. Andrej Tarkowskijs Zerkalo / Der Spiegel mit Henri Bergson bedacht; Axel Schünemann: Somnium heinzianum; Kerstin Kessler: Psychoanalyse – und wie anders? Eine weibliche Wendung; Stefan Artmann: Das geistige Maschinenreich und der inszenierte Betrug oder die Sache selbst. Zur Phänomenologie der Künstlichen Intelligenz; Christoph Weismüller: Der Trieb der Dinge

 

Heide Heinz, Christoph Weismüller

Dis-Kontiguitäten

Post-Skripts zum Texte-Festival für Rudolf Heinz

Eine praktische Anleitung zur Verfertigung von Festschriften für die Prominenz;

mit Musik-CD

2003, 404 Seiten, Broschur, 22 x 15,5 cm, € 24,-

ISBN 3-935193-02-5

Knapp fünf Jahre nach Rudolf Heinz’ sechzigstem Geburtstag und dem auf dieses Ereignis ausgerichteten Erscheinen der Festschrift Kontiguitäten. Texte-Festival für Rudolf Heinz folgt die Nachbearbeitung der Kontiguitäten und deren Produktion: Abgabe und Publikation der verbliebenen Reste, Reste- und Nachfeier, Nobilitierung der Abfälle, Nachbearbeitung eines nimmer abgedungenen Opferverhältnisses, Nachtrag der Hinterlassenschaft, Reklamation der Arbeit und ihrer Opfer, Intonations-Zitation aus den Stillstellungen, texturbildende Erinnerung von Eröffnungen, Exposition produktiver Dienstfertigkeit zumal sowie der sich daraus weiter ergebenden Anschlüsse und Risse, Kontiguitäten und Dis-Kontiguitäten …

Die Post-Skripts zum Texte-Festival für Rudolf Heinz setzen ein mit den Dokumenten der Feierlichkeit der Festschriftüberreichung: Laudatio, Geburtstagskomposition, Photographien der Festschriftübergabe. Unter dem topos Festschrift-Mechané folgt diesen Initialien die Korrespondenz von Heide Heinz und Christoph Weismüller nebst notwendigen Paraphrasen und Hinweisen. Verschwunden bleiben die abgelehnten Beiträge – in einem Hades-Spalt zur Ernährung der Abgelebten –; die Korrespondenz über diese Beiträge aber manifestiert sich, ein wenig zwischen Offenlegung und gnädiger Verhüllung. Explizit aufgenommen ist hingegen die Redaktionsbürokratie. Die Après nehmen einschlägige Kontiguitäts-Effekte auf, die mit der Fertigstellung der Festschrift, der Feierlichkeit der Übergabe, ihrer Distribution und ersten Nachbearbeitungen ihrer Konstitution einhergingen oder diesen folgten. Die falsche Umschlagproduktion durch den Verlag, die Katamnese von Heide Heinz und Rudolf Heinz sowie weitere Korrespondenzen – Heide Heinz mit Ralf Bohn, Doris Dorner, Axel Schünemann; Rudolf Heinz mit Manfred Pohlen – finden sich als Zuträge ein.

Inhalt: Laudatio zum 60. Geburtstag von Rudolf Heinz; Doris Dorner, Axel Schünemann: Geburtstagskomposition; Ausgewählte Photographien der Festschriftübergabe; Die Korrespondenz: Heide Heinz und Christoph Weismüller; Heide Heinz, Rudolf Heinz: Katamnese; Heide Heinz in Korrespondenz mit Doris Dorner und Axel Schünemann; Rudolf Heinz und Heide Heinz in Korrespondenz mit Margarethe Bautz-Holzherr und Manfred Pohlen; Heide Heinz in Korrespondenz mit Ralf Bohn.

 

Heide Heinz, Christoph Weismüller

Fortgänge

Briefwechsel 2001 – 2004. Band 1

2005, 191 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm, € 17,-

ISBN 3-935193-07-6

In der Korrespondenz zwischen Heide Heinz und Christoph Weismüller werden Aspekte der Vermittlung thematisiert. Entstanden ist eine Selbstaufklärung von Elementen der Postmoderne mit dem obsoleten Mittel des Briefs entlang der Themen Gedächtnis und Erinnerung; Zeichen, Schrift, Lektüre; Körper, Ding und Leib; Krankheit, Tod und Technik; des weiteren handeln die Briefe von Reisen und Gräbern, von Ton, Musik und Bild; von Tannhäuser, dem Ring des Nibelungen und Bayreuth; von Bartleby und dem Kopistenwesen; von einer Habilitation, einer Aphonie, einem Autounfall und Heilsgaben; von Wolfs- und Bärenklemmen; vom 11. September 2001, von Michael und Luzifer sowie von neuen Projekten.

 

 

Heide Heinz, Christoph Weismüller

Fortgänge. Band 2

Briefwechsel 2005 – 2010

237 Seiten, Fadenheftung, 22 x 15,5 cm, € 24,-

ISBN  978-3-935193-27-6

Fortgeht mit der Korrespondenz von Heide Heinz und Christoph Weismüller das Bedenken vor allem der Arbeiten am Kulturwerk der Literalität, begleitend zu Schriftproduktionen – insbesondere von Rudolf Heinz – und deren Veröffentlichung, zu Verlags- und Redaktionsarbeiten. Es kreuzen Fragen der Institutionalisierung und der Institutionen, derer Zeichen, der Verfügbarkeit solcher Zeichen sowie der Rechte an diesen. Daran knüpfen Wege der Formulierung von Vereins- und Institutionstheorie sich an, auf die schon die Fallgruben wider kritische Einsprüche warten. Manches Buch wird am Wegesrand gelesen und im Fortgang dieses und was damit zusammenhängt bedacht, so auch der Bezug der Schreiberinnen und Schreiber zur Schrift sowie die Probleme der Repräsentation, entsprechend auch die verscheuchte Heldenszene einer Titelverleihung. Viele dieser literal geebneten Wege führen zu Leben und Werk von Rudolf Heinz, zu Versuchen der intellektuellen Aufarbeitung seiner Krankheit; Schriftfortgänge nahe an diesen führen zu Sartre und anderen Lehrern von Rudolf Heinz, zur Thematisierung der Agoraphobie und des Verhältnisses von Philosophie, Pathognostik und über Buchstaben vermittelte Öffentlichkeit. So wird die Literalität und das auf diese bezogene Tun der Briefeschreiberin und des Briefeschreibers stets im kritischen Bedenken gehalten.

 

Bücher von Ulrich Hermanns

  

In the Heart of the Wild Triangle

Resonances from the Kenyan-German Other

Novel

211Seiten, Fadenheftung, englische Sprache, € 16,-

ISBN 978-3-935193-30-6

"He had left his home for a short trip immediately after Christmas Eve. It had been high time to reach a real warm and sunny shore. Now he enjoyed dinner for the second time in this strange but pleasantly fascinating part of the world, close to the Indian Ocean.

After a night flight filled with magic dreams the situation around had changed completely by the friendly atmosphere he found – from short, cold working days in his office and lonely nights in the house in Germany to a warm and smoothly breathing wind everywhere around...

 

Ulrich Hermanns

DISCOURS CAPITALISTE und PLUS-DE-JOUIR

Zur ökonomischen Terminologie von Jacques Lacan 1969 - 1972

2011, 103 Seiten, Fadenheftumng, 21 x 14,8 cm, € 10,50

ISBN 978-3-935193-25-2

Wichtige Dinge sollen nicht allzu häufig wiederholt werden, so Jacques Lacan 1970. Das gilt auch für seine seltenen Ausführungen zu den Termen Discours capitaliste und Plus-de-jouir. Selbst nach über vier Jahrzehnten sind sie für eine avancierte Begehrensökonomie aufschlussreich. Die unter dem Verdikt des mi-dire, des Halb-Sagens, stehenden Statements aus Lacans thematisch einschlägigen Seminaren werden hinsichtlich ihrer offensiven Philosophiebezüge konkretisiert. Insbesondere der marxsche Mehrwert und Hegels Figur Herrschaft und Knechtschaft in kojèvescher Deutung leuchten vor dem Hintergrund der lacanschen Diskursmatheme potenzielle Bruchstellen des oft beschworenen, monistischen Signifikantenverständnisses aus. Abschließend wird versucht, die in fortwährendem Hinwegschaffen ihrer makroökonomischen Rahmenbedingungen gründende Verunbewusstung leib-seelischen Begehrens als Arbeit des Genießens zu konkretisieren.

 

Bücher von Dionissios Vajas

 

Begleitbuch zum Militärdienst

Aphorismen zum Militär und zum Wesen der Armee

2005, 117 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm, € 9,50

ISBN 3-935193-08-4

Das Begleitbuch zum Militärdienst thematisiert die zentralen Aspekte des Militärwesens, alles das, was dem Soldaten widerfährt, was sich diesem aufdrängt und er durchleben muss. Vajas denkt das Militär aus der existentiellen Erfahrung auf seine Bedingungen und Konstitutionskriterien zurück.

 

Dionissios Vajas

Die Funktion des Gedächtnisses

Philosophie der Wahrnehmung und des Körpers

im Ausgang von Martin Heidegger

2001, 296 Seiten, 21 x 14,8 cm, Fadenheftung, Festeinband, € 35,-

ISBN 3-935193-01-7

Die Funktion des Gedächtnisses ordnet sich dem Bestreben des Gedächtnisses unter, anstelle des Menschen Platz zu nehmen, den Menschen als körperlichen aufzuheben und sein Double zu erstellen, um an ihm, über ihn und schließlich als er selbst sein zu können. Das Gedächtnis ist ein wahrer Demiurg, der bis zum Augenblick der Schaffung eines eigenen Selbst sowohl die Materialien als auch die Formvorgabe dem körperlichen Menschen selbst entnimmt.

Wer jemals auf der Couch gelesen hat, kann in diesem Buch erfahren, was mit ihm und in ihm ebendort geschah. Vajas thematisiert philosophisch die philosophische Lektüre des philosophischen Werks von Martin Heidegger auf der Couch. So widmet der Autor sich entlang der Explikation der Gedanken Martin Heideggers der Situation, in der auch der Leser dieses Buches sich befinden könnte: der Lektüre auf der Couch.

Anhand dieses Grundmotivs entwirft Vajas eine Einführung ins philosophische Denken, und es gelingt ihm eine Philosophiepropädeutik von ganz besonderer und außergewöhnlicher Art: Dieses Buch nachvollziehend zu lesen bedeutet, sich der Entwicklung des philosophischen Denkens zu widmen, sich der Herstellung des Gedankens philosophisch zu überlassen, wie bei der Bildung des eigenen Gedächtnisses als Zuschauer selbst dabei zu sein und mithin teilzunehmen am Versuch der Aufzeichnung einer Selbstlektüre des Gedächtnisses.

 

Bücher von Christoph Weismüller

und André Karger

 

Christoph Weismüller, André Karger (Hg.)

Gewalt und Globalisierung

2004, 151 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm; € 8,50

ISBN 3-935193-04-1; ISSN 1436-297X

Inhalt:

Claus-Artur Scheier, Vernunft und Gegenvernunft?;

Daniel Strassberg, Vom Schrecken des Objektes;

Hans-Martin Schönherr-Mann, Das Gen als Abschied vom Unbewußten;

Enrik Lauer, Das Beben im globalen Dorf;

Rudolf Heinz, André Karger, Sleeper in Metropolis;

Vittoria Borsò, Globalisierung: Gewalt zwischen Sichtbarkeit und   Unsichtbarkeit;

Christoph Weismüller, Ödipalität und Globalisierung. Teil 1. Inzestprobleme, Teil 2. Stillzeitprobleme;

Heide Heinz, Ikarus stürzt sich in die Schmiede des Hephaistos;

Heide Heinz, Rudolf Heinz, Göttliche Gnomen über Gewalt.

 

Christoph Weismüller, André Karger (Hg.)

Gewalt und Globalisierung. Band 2

2006; 139 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm; € 8,50

ISBN 3-935193-11-4; ISSN 1436-297X

Inhalt:

Ellen Harlizius-Klück: Psychoanalyse und Philosophie der Gewalt und Globalisierung. Ein Tagungsbericht zum Symposion Gewalt und Globalisierung;

Hans-Martin Schönherr-Mann: Auf dem gentechnologischen Wege zu einem ästhetischen Abschied vom Menschenbild;

Enrik Lauer: Schatten Welt Wirtschaft. Zur Zirkulation von Geld und Gewalt im globalen Kapitalismus;

André Karger: Trauma und Globalisierung. Kritische Anmerkungen zur Verwendung des Begriffs des kollektiven Traumas im Zusammenhang des 11. September 2001;

Christoph Weismüller: Von der Gewalt des Anfangs und der Globalisierung des Endes;

Rudolf Heinz: Zur Archäologie der Gewalt;

Zuträge: Gabriele Piechotka: Who is who? Skizzen von Vortragenden;

Ralf Bohn: Fiat ars – pereat mundus. Zur universalen Ästhetik der Globalisierung;

Axel Schünemann: „Wer die Frauen liebt, darf den Tod nicht scheuen“. Notate zur Thamyras-Mythe und zur musikalischen Genealogie von Gewalt und Globalisierung. Ein Requiem der Neuen Musik.

 

Bücher von Christoph Weismüller

 

Christoph Weismüller

Philosophie der Medien

2009, 313 Seiten, Fadenheftung, 21 x 14,8 cm, € 28,-

ISBN 978-3-935193-10-8

Die Philosophie selbst ist ein Medium. Als solches ist sie ausgerichtet auf die Erkenntnis des Menschen (genitivus subiectivus et obiectivus), auf die Entbergung seiner Abkünftigkeit, seiner Bedingungen, Möglichkeiten, Grenzen, Taten und Ausdrücke, seiner Sterblichkeitsfluchten und -anerkennungen. Philosophie ist das Medium der intellektuellen, sprachschriftlichen Rückvermittlung der humanen Selbstveräußerung. Das gilt auch dann, wenn, wie in vielen aktuellen Formen von Philosophie, ihre Erkenntnismöglichkeiten eher verhindert als gefördert werden. Ein philosophisches Medienverständnis impliziert sowohl das Erfassen der Philosophie als einer durch und durch von den aktuellen technischen Medien bestimmten als auch das Verständnis des medialen Charakters der Philosophie: der Philosophie als Mittler- und Grenzdisziplin zwischen Körper und Ding.

Die mit diesem Buch avisierte Philosophie der Medien setzt sich ab von der keineswegs blinden und tauben, sondern hochsensibel auf die Abwehr der Erkenntnis ihrer Bedingungen ausgerichteten Metaphysik; sie widersteht der bloß magisch beschwörenden Beglaubigung des den Katastrophenschutz verheißenden Fetischcharakters der Dinge und Medien: ohne allerdings selbst der Metaphysik entraten zu können oder zu wollen – wohl aber deren Verleugnung und Verkennung.

Inhalt: Einleitung; 1. Philosophie und Medientheorie; 2. Das christlich-abendländische Medienreich: Narzissmus, Christentum und maschinelle Medien; Das Fasten, die Medien und die Spiele; Die Frage der Medien: Worum geht es menschheitlich?; Der Untergang. Ein medienphilosophischer Zugang zum Film; Skizze eines philosophischen Medienbegriffs; 3. Das Gesamtkunstwerk: Wagner, Lohengrin, Medien und Moderne. Mit geleitenden „unangenehmen Fragen an die europäische Moderne“ und zumal an die modernste, maschinelle, mediale Moderne; Traum, Musik und Drama. Zur traumtheoretischen Relevanz der Musiktheorie Richard Wagners; 4. Mediensymptome: Symptomatische Grenzprobleme. Bedenken und Einspruch gegenüber einer Theorie und Praxis der medialen Globalisierung – orientiert am Problem der Symptomspezifität; Zum Verhältnis von Psychopathologie und Psychotherapie; Das Problem der Symptomspezifität; 5. Freiheit, Medien, Institutionen: Medienfreiheit. Eine Fortschreibung der Psychoanalyse der Freiheit und der Medien; Die Gruppe und die Institution. Das Medienproblem der Institutionellen Psychotherapie. Oder: Wie revolutionär kann und muss Institutionelle Psychotherapie sein?; 6. Die konkrete Utopie der Medien: Der Kommunismus der maschinellen Medien. Zum Problem der „wirklichen Bewegung“

 

Christoph Weismüller (Hg.)

Fragen nach der Mathematik

2007, 215 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm; € 17,-

ISBN 978-3-935193-13-9

Jedem in den letzten Jahrhunderten und Jahrtausenden geborenen Menschen geht die Mathematik als kulturbildende Hilfestellung voraus. Im aktuellen dritten Jahrtausend finden die Menschen der zivilisierten Welt kaum mehr einen hergestellten Gegenstand, der sich nicht einfacher oder komplexer mathematischer Berechnungen verdankt. Die Mathematik bestimmt die Wirklichkeit umfassend und damit möglicherweise auch die Strategien zur Lösung von Problemen auf unterschiedlichsten Ebenen. Um so wichtiger ist es aktuell, ein genaueres Bewusstsein von dem zu erreichen, was in seiner Selbstverständlichkeit zu einem unterschwelligen Begleiter und orientierenden Normgeber geworden ist.

Dieser Aufgabe widmen sich Rudolf Heinz (Ich und die Mathematik; Parabel zur Mathematik), Ralf Bohn (Zahl, Zeichen, Zeit. Die Geburt des Designs aus dem Geist der Mathematik), Stefan Artmann (Versionen mathematischer Existenz), Ellen Harlizius-Klück (Das Geschlecht der Meerschaumpfeife. Arithmetische, genealogische und topologische Anmerkungen zum Entwendeten Brief bei Poe und Lacan), Dionissios Vajas (Ein Zahlentagtraum) und Christoph Weismüller (Die mathematische Gruppe und die Dialektik der Gruppe. Zur Philosophie und Psychoanalyse der Mathematik).

 

Christoph Weismüller

Das Humane der Globalisierung

Zur Objektivität von Narzissmus, Ödipuskomplex und Todestrieb

2004, 322 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm, € 28,-

ISBN 3-935193-05-X

Das Buch bringt das Denken des Humanen mit einer Philosophie der Globalisierung zusammen. Auf diesem Weg wird es möglich, die subjektive und objektive Wirklichkeit als die freie Entfaltung menschlicher Wünsche zu entdecken. Der Spur dieser menschlichen Wünsche folgt die Philosophie des Humanen der Globalisierung in die beiden Richtungen der Herkunft und des Fortschritts. Zumal orientiert sie sich an den aktuellen Ereignissen zur Zeit der Jahrtausendwende. So werden intellektuelle philosophische Anschlüsse genommen an die objektiven, dinglichen, wissenschaftlichen, technischen, politischen und ökonomischen Vorgaben.

Inhalt: Zugänge; 1. Ernsthaftes Krisisbedenken; 2. Geld, Kommunismus und Medien; 3. Strategische Wechsel in der konstanten Ordnung der Globalisierung; 4. Wahnsinnsglobalität: der humane und der animalische Wahnsinn   (Naturphilosophie); 5. Präsidentschaft und Medien; 6. Globalisierung und Widerspruch; Die Menschlichkeit der Globalisierung.

 

Christoph Weismüller

Jean-Paul Sartres Philosophie der Dinge

Zur Wende von Jean-Paul Sartres Kritik der dialektischen Vernunft

sowie zu einer Psychoanalyse der Dinge

2000, 206 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm, € 17,-

ISBN 3-935193-00-9

Inhalt: Der Mensch und die Dinge; Sartres Philosophie der Dinge in Marxismus und Existentialismus und in der Kritik der dialektischen Vernunft; Die Kollektive; Die Dinge und die Gruppe; Die Institutionalisierung: Intersubjektivität, Totalisierung, Detotalisierung und Geschichte; Die Wahrung der Praxis im Ding; Das Dingtelos; Anhang: Dialektik, Verdinglichung und Halluzination. Von den verhexten, gespenstischen und ruchbaren Dingen.

 

 

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